Zielgruppe: Architekten, Ingenieure, Rechtsanwälte mit Schwerpunkt Baurecht, Bauträger, Wohnungsbaugesellschaften; Personen, die nach Landesrecht befugt sind, Energieausweise auszustellen.
Beschreibung: Das Ziel des Seminars besteht darin, den Teilnehmern die Verfahren zur Berechnung von Energieausweisen und die rechtlichen Hintergründe zu vermitteln: Zum einen mit Blick auf die Energieeffizienzsteigerung bei Wohngebäuden, zum anderen aber auch mit Blick auf den Wettbewerb unter den Planern: Qualifizierte Energieberatung als Wettbewerbsvorteil! Zur Vorgeschichte des Energieausweises: Das Europäische Parlament hat Ende November 2002 die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD – Energy Performance of Buildings Directive) verabschiedet. Sie sieht u. a. vor, dass bei Bau, Verkauf und Vermietung von Gebäuden ein Energieausweis vorzulegen ist. Die Richtlinie 2002/91/EG wurde am 04.01.2003 im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht und ist damit in Kraft getreten. Die Mitgliedstaaten der EU mussten die Vorschriften innerhalb von drei Jahren in nationales Recht umsetzen, d. h. die Richtlinie hätte am 04.01.2006 in den Mitgliedstaaten angewandt werden müssen. Am 08.07.2005 wurde durch den Bundesrat das Energieeinsparungsgesetz im Hinblick auf die EU-Richtlinie angepasst. Am 01.10.2007 trat endlich auch die neue EnEV 2007 in Kraft. Bisher wurden in Deutschland etwa 10.000 Energiepässe in verschiedenen Modellversuchen erstellt. Die dabei angewandten Verfahren entsprechen den kommenden Richtlinien. Neben der Einführung von Energieausweisen für den Gebäudebestand ist die ganzheitliche energetische Bewertung von Nicht-Wohngebäuden die zweite wesentliche Neuerung der EnEV 2007. Dazu wurde die DIN 18599 vom Fraunhofer Institut für Bauphysik entwickelt.
Inhalte: Der Energieausweis für Gebäude – Berechnung der Energie-Nachweise, Anwendung der DIN V 18599, Haftungsfragen –
Referenten: Dipl.-Ing. (FH) Rainer Dirk, Regensburg Prof. Dr. Bernhard Rauch, Rechtsanwalt, Regensburg
Herr Dirk ist Architekt in Regensburg, von der IHK Regensburg öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Wärmeschutz im Wohnungsbau. Herr Dirk hält – u. a. für die Bayerische Architektenkammer – viele Seminare zur Energieeinsparverordnung. Er ist Autor folgender Bücher: „Energieeinsparverordnung Schritt für Schritt“, 3. Auflage 2004, sowie „Stoffwerte zur EnEV“, 1. Auflage 2004 (Werner-Verlag).
Prof. Rauch ist Rechtsanwalt in Regensburg und betreibt eine auf Bau- und Architektenrecht spezialisierte Kanzlei. Er ist Honorarprofessor für Planungs- und Baurecht am Lehrstuhl für Bauökonomie und Computergestütztes Entwerfen an der TU Dresden und lehrt dort Bau- und Architektenrecht.
Themen 1. Grundlagen EU-Gebäuderichtlinie – Energieeinsparungsgesetz, EnEG 2005 – Energieeinsparverordnung, EnEV 2007 – Normen, u. a. die DIN V 18599
2. Energiebilanzen Nutzwärme, Endenergie, Primärenergie
3. Energieausweise Datenerhebung, Kurzverfahren, ausführliches Verfahren – Flächenermittlung, Bauteilbewertung, U-Werte, Wärmebrücken, Luftdichtheit, Rechenverfahren, Anlagentechnik
4. Beispiele Energieausweis für ein neues Gebäude – Energieausweis für ein bestehendes Gebäude – Energieausweis für ein Nicht-Wohngebäude – Rechtliche Auswirkungen für: Bauherren; Nutzer; Planer; Unternehmer/Handwerker